Schon unsere Vorfahren wussten,
dass im Wind viel Energie zu finden
ist: Windmühle in Podersdorf.
Seit einigen Jahren steht auch der Hausbesitzer oder zukünftiger Bauherrn öfter vor der Frage, wie kann ich meine Heizkosten oder Stromkosten senken?
Baue ich ein Niedrigenergiehaus, oder gleich ein Passivhaus?
Aber was genau ist das und welche Vor- und Nachteile gibt es?
Die Bezeichnung „Passivhaus“ kommt daher, weil der überwiegende Teil des Wärmebedarfes eines solchen Hauses aus passiven Quellen abgedeckt wird.
Dies können etwa Sonneneinstrahlung oder die Abgabe von Wärme technischer Geräte sein.
Das Problem bei Passivhäusern ist, dass es nach strengen Regeln konzipiert werden muss und Abweichungen sind nur wenig möglich.
Dem einen gefällt‘s, die andere stört es – dieses Foto ist auf alle Fälle
eine Augenweide inklusive Windrad
Neben der notwendigen speziellen Gebäudeform ist auch die spezielle Isolation der Wände, Luftdichtheit, kombiniert mit Wärmerückgewinnung, Lüftungsanlagen und meist ein Erdwärmetauscher für Frischluft notwendig.
Windkraftanlage mit Aussichtskanzel in Südkronsberg – ein Windrad lässt sich auch ausgezeichnet für den Tourismus einsetzen. Alles in Allem ist der Passivhausstandard aufwendig herzustellen und mit relativ hohen Anschaffungskosten verbunden. Der Heizwärmebedarf muss unter 10kWh/m² liegen, um als Passivhaus klassifiziert zu werden.
Im Verhältnis dazu liegt ein Niedrigstenergiehaus bei max. 15 kWh/m² und ist durch wesentlich einfachere Methoden eher zu empfehlen.
Oft kann auch durch Sanierungen eines Altbestandes der Heizwärmebedarf erheblich reduziert werden.
Schon bei geringer Windstärke wird Strom erzeugt.
Der Heizwärmebedarf ist die Kennzahl, die die Energiemenge angibt, die dem Haus auf den m² pro Jahr zuzuführen ist. Er berechnet also für den Verbraucher die jährlichen Heizkosten, sagt aber nichts über die Art der Heizung oder den Ressourcenverbrauch selbst aus.
Im Energieausweis sind die unterschiedlichen Stufen des Heizwärmebedarfes in Hauskategorien eingeteilt.
Doch nicht nur die thermischen Gebäudehülle ist ausschlaggebend, sondern auch die Haustechniksysteme und deren energietechnische Qualität. Das bedeutet, es ist nicht nur die Dämmung, Fassade, Dach, Fenster, etc…. wichtig, sondern auch die Art der Heizsysteme oder Warmwasseraufbereitung und deren Effizienz.
Beinahe kitschig schön, die österreichischen Berge mit Windrädern verziert
Der jährliche Heizwärmebedarf eines Niedrigenergiehauses nach heutigem Standard muss unter 50kWh/m² liegen, welcher meist durch ausreichende Wärmedämmung erreicht wird. Das Niedrigstenergiehaus A dagegen liegt unter 25 kWh/m² und jenes der Stufe A+ unter 15kwh/m².
Keine Berührungsängste mit den Windrädern haben die Störche
A++ wird als Passivhaus bezeichnet und dessen Heizwärmebedarf muss, wie schon erwähnt; unter 10kwh/m² liegen. Im Vergleich dazu haben alte Häuser und nicht gedämmte Gebäude einen Wert von 150-250 kWh/m². Da spricht man dann schon von sehr dringendem Handlungsbedarf.
Nun gibt es verschiedene Maßnahmen, um den Heizwärmebedarf zu reduzieren. Nutzung von erneuerbarer Energien durch Sonne und Wind, Wärme-Schutzverglasung bei Fenstern, Einplanung der Nutzung passiver Sonnenenergie durch Wintergärten oder großen Fensterfronten, Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung und/oder Heizung, Einbau von Wärmepumpen oder Photovoltaikanlagen.
Nahrung und Energie auf einem Weizenfeld vereint – und wieder liegt die Schönheit
alleine im Auge des Betrachters
Auch bei bestehenden Gebäuden kann durch eine oder mehrere solcher Maßnahmen der Standard eines Niedrigenergiehauses erreicht werden, deren finanzieller Aufwand durch Bundes-, oder Landesförderung dem Sanierer erleichtert wird.
Das Zukunftshaus ist allerdings das Energieplushaus oder Plusenergiehaus.
Wettbewerb Windhaus Sassnitz
Dabei wird durch Einsetzen von energiearmen Lichtsystemen, elektronischen Gebrauchsgegenständen und vor allem durch ressourcenschonende Energiesysteme insgesamt mehr Energie produziert, als das Haus und die Bewohner selber benötigen. Das wird vor allem durch Photovoltaik und durch Windenergie geschafft. Die überschüssige Energie wird bei Energieabnehmern eingespeist und die Verwender erhalten dafür eine entsprechende Vergütung.
Wofür der Bauherr sich auch entscheiden, über den Energieverbrauch des Hauses sollten auf alle Fälle im Sinne von Umwelt und Geld nachgedacht werden.
Hilfe bieten dabei Energieberatungsstellen, Architekten/Planer und Spezialisten für ökologisches und ressourcenschonendes Bauen.
Unterhaltsames und Wissenswertes zum Thema "grüner Strom" für Kinder, Eltern, Lehrer und Lehrerinnen
Peter J. Schriefl
Kommentare
Um einen Artikel kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
Die Registrierung bzw. Anmeldung auf INFO-GRAZ.at ist kostenlos.